Mein Bondora Portfolio im September 2017

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Fast vier Jahre ist es her, dass ich das erste Mal auf bondora.com Geld in Privatkredite investiert habe. Nun war es einmal wieder an der Zeit das Portfolio zu analysieren (wie schon 2015 und 2016): An meiner Strategie, hauptsächlich Kreditanteile von Darlehensnehmern mit gutem Rating (AA, A und B) zu erwerben, habe ich nichts geändert, außer dass es mir aufgrund der Filtermöglichkeiten des neuen „Portfolio Pro“ auch wieder möglich ist über den Erstmarkt zu investieren (leider bekommt man auch häufig € 1 Anteile zugewiesen, die man aber schnell wieder über den Zweitmarkt los wird; einigermaßen irritieren ist es auch, dass manche Darlehensnehmer, die vor ein paar Monaten noch ein „D“-Rating hatten, bei einem neuen Darlehen plötzlich auf „A“ oder „AA“ kommen). Die von bondora angegebene Rendite für mein Portfolio liegt nun seit über einem Jahr unverändert bei rd. 13,1% (für das gesamte bondora-Portfolio beträgt die Rendite derzeit lt. Statistikseite 13,6% – mit fallender Tendenz). Meine eigenen Berechnungen lassen nach wie vor eine Rendite von über 10% (nach Ausfällen, vor Steuern) realistisch erscheinen.

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Im September habe ich rd. 95% der in diesem Monat geplanten Zinszahlungen erhalten:
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Mein Portfolio besteht nun aus 559 Darlehensanteilen (471 vor einem Jahr):

  • Der Anteil von AA-, A- und B-Ratings ist weiter gestiegen
  • Der Anteil der Ausfälle ist leicht gestiegen
  • Der Anteil von Darlehen, bei denen Einkommen und Ausgaben des Darlehensnehmers nicht überprüft wurden, ist gestiegen (von 6% auf 13%)
  • Der Anteil von Darlehen, die ich am Zweitmarkt gekauft habe, ist von 75% auf 79% gestiegen
  • Bei meinen „F“-Darlehen sind 61% ausgefallen (entspricht allerdings nur rd. 0,5% meines Gesamtportfolios)

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Zum Weiterlesen:
Bondora Q 3/17 (p2p-erfahrungen)
Bondora erreicht 100 Millionen € (p2p-anlage.de)

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Conda Crowdinvesting: Die ersten Pleiten

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Lange ist es her, dass ich über meinen Crowdinvestingversuch auf conda.at geschrieben habe (oder über sonst irgendetwas). Mittlerweile habe ich in 24 Projekte investiert, wie z.B. in das mit € 1,2 Millionen Fundingvolumen recht erfolgreiche (was die Höhe der Investition anbelangt) „Adeo Alpin Hotel„, für das Hermann Maier und Rainer Schönfellner kräftig die Werbetrommel gerührt haben.

Doch knapp dreieinhalb Jahre nach meiner ersten Investition häufen sich nun langsam die zu erwarten gewesenen Probleme bei einzelnen Unternehmen. Nicht umsonst wird auch immer wieder auf das Totalausfallsrisiko hingewiesen. So musste nun das Burgerlokal „Masta Georg“ (vormals Burgermasta) nach einem gescheiterten Sanierungsverfahren auch das letzte von zwei Lokalen in Wien wieder schließen. Die rund € 124.000,– der 107 Investoren dürften damit endgültig verloren sein.

Ähnlich erging es „Surf n Fries“, dem Fast-Food-Konzept aus Kroatien. Der zweiter Standort in der Lugner City riss ein zu großes Loch in die Kassa und führte zur Insolvenz. Hier stehen rund € 97.000,– von 125 Crowd-Investoren auf dem Spiel.

Zu guter Letzt wurde auch über die Philippeit GmbH ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Gründe für das Scheitern der Handvenenscanfirma (€ 50.000,– von 66 Crowd-Investoren) sind mir bislang nicht bekannt.

Es gibt aber auch positives zu berichten: Im Dezember 2016 wurden erstmals Zinsen von der SK Rapid GmbH, die Anfang 2016 insgesamt € 3 Millionen zum Bau des neuen Stadions einsammeln konnte, ausgezahlt. Weiters hat die Vivaldi Tiernahrungsvertrieb GmbH im April 2017 eine Zinsauschüttung durchgeführt.

Mal sehen wie es weitergeht.

Zum Weiterlesen:
Masta-George-Pleite (Tiroler Tageszeitung)
Surf’n’Fries schlittert in die Insolvenz (news.at)
Firmenbuch-Bekanntmachung der Firma PHILIPPEIT GmbH (firmenbuchauszug.at)

Mein Bondora Portfolio im August 2016

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Beinahe drei Jahre lang investiere ich nun in Privatdarlehen auf der estischen Internetplattform bondora.com. Die wichtigsten Änderungen seit dem letzten Update im Februar sind, dass Bondora nun von jedem Darlehen einen Anteil in den eigenen Büchern hält („skin in the game“) und dass der Recovery-Prozess geändert wurde (die Inkassobüros werden nun früher mit der Eintreibung beauftragt – die Kosten dafür müssen die Investoren tragen – unterm Strich soll durch das verbesserte Inkasso aber mehr (und früher) an die Investoren zurückfliesen – die Kosten belaufen sich irgendwo bei 15% der eingetriebenen Summe). Mir ist das ziemlich einerlei, da ich mich weiter auf Darlehensanteile von Kreditnehmer mit guter Bonität, die ich großteils am Zweitmarkt kaufe, konzentriere. Der Anteil von AA-, A- und B-Ratings in meinem Portfolio ist weiter auf rd. 81% gestiegen. Mein Anteil überfälliger Darlehen (inkl. 60+) betrug Ende August leicht über 5%, wobei ich auch die zukünftigen Zahlungen eines überfälligen Darlehens mit einberechne und nicht wie Bondora nur die bereits fällig gewesenen (daher werden in meiner persönlichen Statistik auf bondora.com meist nur 0,3% meiner Investitionssumme als überfällig angegeben). Ich habe mittlerweile allerdings aufgehört überfällige Darlehen am Zweitmarkt zu verkaufen, da mir der Aufwand zu groß war und die Abschläge zu hoch waren. Meine Rendite lt. bondora ist leicht auf 13,15% gefallen. Meine eigenen Berechnungen mittels XIRR-Funktion lassen mich auf eine Rendite von zumindest 10% hoffen.

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Von den erwarteten Zinszahlungen sind im August 96,4% tatsächlich an mich geflossen (Rest war zu dem Zeitpunkt überfällig):
zinsenMein Investitionsvolumen im August war um einiges höher als sonst, da ich Darlehen mit geändertem Zahlungsplan (z.B. Tilgungsaussetzungen für einige Monate) am Zweitmarkt verkaufen konnte, da diese nun auch vom automatischen Portfoliomanager aufgekauft werden (solange sie nicht im Verzug sind und nicht mit Aufschlag angeboten werden):
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zum Weiterlesen:
Mein P2P Kredit Portfolio bei Bondora nach fast 4 Jahren (p2p-kredite.com)
Mein Bondora Übersicht nach 3 Jahren Geldanlage (p2p-anlage.de)
Bondora Juni 16 (p2p-erfahrungen)

Wieviel sollte man in p2p-lending investieren?

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Man soll ja bekanntlich nicht alle Eier in einen Korb legen. Die Eier in dieser Börsenweisheit stehen für das Investitionskapital und die Körbe für die Anlageklassen.  Die Körbe, die üblicherweise für Privatanlegern für den Vermögensaufbau empfohlen werden, sind (ungefähr nach Risiko und Renditechance gereiht):

  1. Bargeld/Tagesgeld/Festgeld
  2. Immobilien
  3. Anleihen
  4. Rohstoffe/Edelmetalle
  5. Aktien

In den letzten Jahren ist eine neue Anlageklasse langsam populär geworden: p2p-lending, bei dem Menschen, die Geld zur Verfügung haben, Geld an Menschen verleihen, die es brauchen. Und zwar nicht einen großen Betrag an eine einzelne Person, sondern – mit Hilfe einer Internetplattform – viele kleine Beträge an viele Personen.

lendingrobot.com wollte nun in ihrer Untersuchung „How much should you invest in Marketplace Lending?“ (pdf-Datei) herausfinden, wieviel Prozent eines breit gestreuten Portfolios optimalerweise in p2p-lending investiert werden sollte.

Ausgangsbasis waren ein ETF-Portfolio mit 60% Aktien und 40% Anleihen und die Daten von Lending Club, einer großen amerikanischen p2p-Plattform, die seit 2007 besteht. Sie haben sich nun die Performance und die Schwankungsbreite (Volatilität) des ursprünglichen Portfolios für den Zeitraum von 2005 bis 2014 angesehen und mithilfe der modernen Portfolio Theorie den optimalen Anteil von p2p-lending berechnet.

Zusammenfassend halten sie fest, dass der Anteil von p2p-lending zwischen 12% und 14% liegen sollte. Aufgrund der Möglichkeit die p2p-Veranlagung auf viele Darlehensanteile zu streuen und damit die Auswirkung einzelner Ausfälle zu verringern, ist die Volatilität geringer als bei Anlageklassen mit vergleichbarer Rendite. Allerdings ist zu beachten, dass p2p-Daten nur für einen relativ kurzen Zeitraum (7 Jahre – nicht einmal ein voller Konjunkturzyklus) vorlagen.

Interessant ist auch noch, dass p2p-lending seinen Job als eigene Anlageklasse scheinbar sehr gut erfüllt, da nur eine sehr geringe Korrelation (dh. sie weisen eine nicht gleich laufende Wertentwicklung auf – und damit wird das Risiko des Gesamtportfolios verringert) mit den anderen Anlageklassen besteht:

korrelation p2p-lending.png(Quelle: lendingrobot.com)
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