Wieviel sollte man in p2p-lending investieren?

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Man soll ja bekanntlich nicht alle Eier in einen Korb legen. Die Eier in dieser Börsenweisheit stehen für das Investitionskapital und die Körbe für die Anlageklassen.  Die Körbe, die üblicherweise für Privatanlegern für den Vermögensaufbau empfohlen werden, sind (ungefähr nach Risiko und Renditechance gereiht):

  1. Bargeld/Tagesgeld/Festgeld
  2. Immobilien
  3. Anleihen
  4. Rohstoffe/Edelmetalle
  5. Aktien

In den letzten Jahren ist eine neue Anlageklasse langsam populär geworden: p2p-lending, bei dem Menschen, die Geld zur Verfügung haben, Geld an Menschen verleihen, die es brauchen. Und zwar nicht einen großen Betrag an eine einzelne Person, sondern – mit Hilfe einer Internetplattform – viele kleine Beträge an viele Personen.

lendingrobot.com wollte nun in ihrer Untersuchung „How much should you invest in Marketplace Lending?“ (pdf-Datei) herausfinden, wieviel Prozent eines breit gestreuten Portfolios optimalerweise in p2p-lending investiert werden sollte.

Ausgangsbasis waren ein ETF-Portfolio mit 60% Aktien und 40% Anleihen und die Daten von Lending Club, einer großen amerikanischen p2p-Plattform, die seit 2007 besteht. Sie haben sich nun die Performance und die Schwankungsbreite (Volatilität) des ursprünglichen Portfolios für den Zeitraum von 2005 bis 2014 angesehen und mithilfe der modernen Portfolio Theorie den optimalen Anteil von p2p-lending berechnet.

Zusammenfassend halten sie fest, dass der Anteil von p2p-lending zwischen 12% und 14% liegen sollte. Aufgrund der Möglichkeit die p2p-Veranlagung auf viele Darlehensanteile zu streuen und damit die Auswirkung einzelner Ausfälle zu verringern, ist die Volatilität geringer als bei Anlageklassen mit vergleichbarer Rendite. Allerdings ist zu beachten, dass p2p-Daten nur für einen relativ kurzen Zeitraum (7 Jahre – nicht einmal ein voller Konjunkturzyklus) vorlagen.

Interessant ist auch noch, dass p2p-lending seinen Job als eigene Anlageklasse scheinbar sehr gut erfüllt, da nur eine sehr geringe Korrelation (dh. sie weisen eine nicht gleich laufende Wertentwicklung auf – und damit wird das Risiko des Gesamtportfolios verringert) mit den anderen Anlageklassen besteht:

korrelation p2p-lending.png(Quelle: lendingrobot.com)
(VTI…Aktien USA, VPACX…Aktien Pazifik, VEURX…Aktien Europa, VBR…Aktien USA Small-Cap, VNQ…Immobilienaktien USA, AGG…Anleihen USA, TIP…Staatsanleihen USA inflationsgesichert, VWEHX…Anleihen USA High-Yield)

Mein Bondora-Portfolio im Februar 2016

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Fünf Monate ist es her, dass ich mein Bondora-Portfolio hier in diesem Blog näher analysiert habe. Seitdem hat Bondora die 50ste Million verliehen (mit Hilfe von 12.628 Investoren) und den siebenten Geburtstag gefeiert. Der ursprünglichen Plan den Erst- und Zweitmarkt einzustellen wurde erfreulicher weise (noch?) nicht umgesetzt und war seitdem (zumindest soweit ich weiß) auch nicht mehr Thema. Im Gegenteil wurde der Zweitmarkt mit der Aufhebung der Gebühren sogar aufgewertet.

Mein Portfolio ist seit dem letzten update um 43 auf 326 Darlehensanteile gewachsen (hauptsächlich Reinvestments auf dem Zweitmarkt). Ein paar Investitionen habe ich auch über beeplus.me, das einen Zugang zum Erstmarkt per Schnittstelle inklusive Filtermöglichkeiten bietet, getätigt. Darlehensanteile, die mehr als 60 Tage überfällig waren, konnte ich erfolgreich – wenn auch mit entsprechend hohen Abschlägen – am Zweitmarkt verkaufen. Jedoch sind seitdem auch wieder neue hinzugekommen.

Als Jahresrendite wird mir nun rd. 13,5% angezeigt. Das ist um 1,3% weniger als vor fünf Monaten.
entwicklung rendite

Da ich mich hauptsächlich auf Darlehen mit einem Rating von B oder besser konzentriere, konnte ich deren Anteil von 70% auf 79% erhöhen. Meine wenigen F-, HR- und Spanien-Anteile bestehen nur mehr aus bereits länger laufenden Krediten, von (scheinbar) verlässlichen Kreditnehmern.

status feb16

rating feb16

status 2 feb 16

Zum Weiterlesen:
Mein Bondora Portfolio zum Jahresende (p2p-kredite.com)

Geldvernichtung mit Mittelstandsanleihen

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Zugegeben die Überschrift ist ein wenig reißerisch, denn nicht jedes mittelständische Unternehmen, das Anleihen begibt, geht auch den Weg des irdischen so wie jetzt z.B. German Pellets oder vor einiger Zeit Prokon, MS Deutschland (Stichwort Traumschiff) und Alpine Bau. Doch wer sein hart Erspartes in Anleihen eines einzelnen Unternehmens investiert, fordert das Schicksal geradezu heraus. Auch hier gelten die drei goldenen Regeln des Investierens:

  1. diversifizieren
  2. diversifizieren
  3. und – richtig geraten – diversifizieren

Die Aufteilung des Investitionsbetrages auf mehrere Unternehmen vermindert die Auswirkungen eines Ausfalls einer dieser Investitionen. Vor Angeboten, die aggressiv mit hohe Zinsen werben und dabei nicht oder unzureichend auf das Risiko hinweisen, sollte man ohnehin einen großen Bogen machen. In Niedrigzinsphasen wie derzeit sind bereits 5% pro Jahr als hoch zu bezeichnen. Der Zusammenhang zwischen Zinsen und Risiko ist dabei sehr einfach: hohe Zinsen bedeuten ein hohes Risiko, denn der Zins ist ganz simpel ausgedrückt die Abgeltung dieses Risikos.

Zum Weiterschauen:
Beitrag über German Pellets von plusminus:

Zum Weiterlesen:
German Pellets – Saubere Energie, schmutziges Geschäft? (wienerzeitung.at)
Junkfood für Anleger (zeit.de)
Dieses Investment wird für Anleger zum Desaster (welt.de)
Anlegerfalle Mittelstandsanleihe (spiegel.de)

 

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