Schlagwörter

, , ,

Wie ich vor längerer Zeit oder der-privatanleger vor Kurzem geschrieben haben, liefern die meisten Fondsmanager nicht das was sie versprechen (eine Überrendite verglichen mit einem passenden Index). Da stellt man sich natürlich die Frage, ob die überhaupt was von ihrem Fach verstehen.

Jonathan B. Berk Professor of Finance at the Stanford Graduate School of Business sagt ja und erklärt im folgenden Video warum (englisch, 8 min.):

Er argumentiert dabei folgendermaßen:

  1. Es macht keinen Sinn, dass Menschen ohne besondere Fähigkeiten für ihre Tätigkeit hoch bezahlt werden, denn dann würden alle anderen, die auch keine besonderen Fähigkeiten besitzen, mit ihnen um diese Jobs konkurrieren und folglich die Entlohnung dafür nach unten treiben.
  2. Wenn ein Manager eine Überrendite liefert, wird Geld von Investoren in seinen Fonds fließen. Je größer der Fonds wird, desto schwieriger ist es eine Überrendite zu generieren (je größer die Transaktion, desto mehr beeinflusst man den Preis zum eigenen Nachteil). Die Überrendite wird sinken und Investoren werden Alternativen suchen. Demnach eignet sich die Überrendite eines Managers nicht dazu seine Fähigkeit zu bestimmen.
  3. Die Fähigkeit eines Fondsmanagers muss demnach an der Summe der Kosten und Gebühren plus einer etwaigen Überrendite zum (Teil-)Markt mal Fondsvolumen durch 100 bemessen werden (z.B. 1.000 + 3% von 100.000 = 4.000).
  4. Manager haben dann besondere Fähigkeiten (und nicht einfach nur Glück), wenn sie nicht nur in einem Jahr eine Überrendite generieren, sondern auch in den darauffolgenden. Wenn man den in Punkt 3 dargelegten Maßstab anlegt, kann eine dauerhafte Überrendite auf 10 Jahre vorausgesagt werden. Und das ist sehr unwahrscheinlich auf Glück zurückzuführen.

Beispielweise hatte der äußerst erfolgreiche Aktienfonds von Investorlegende Peter Lynch in den ersten fünf Jahre eine Überrendite vor Kosten von 2% pro Monat bei einem Volumen von $ 40 Millionen. In seinen fünf letzten Jahren als Manager des Maggelan Fund erwirtschaftete er nur mehr 0,2% pro Monat von allerdings über $ 10 Milliarden. Somit stieg seine Leistung von $ 1 Million auf $ 20 Millionen pro Monat.

Die Frage ist nun, ob ich als Anleger davon profitieren kann. Laut der dazugehörigen Abhandlung (Measuring Skill in the Mutual Fund Industry) geht der überwiegende Teil des von Managern erwirtschafteten Kapitals nicht an die Anleger sondern eben an die, die die rare Fähigkeiten haben, eine Überrendite (vor Kosten) zu generieren. Die durchschnittliche Überrendite nach Kosten ist nahe bei 0. Und so schließt sich wieder der Kreis zum Beginn meines Beitrages.

Wenn man nicht spekulieren will, müsste man einen über Anlageklassen, Regionen und Branchen breit gestreuten (oder je einen pro Anlageklasse) Fonds finden, der in der Vergangenheit trotz möglichst hoher Kosten eine Überrendite zu einem breit gestreutem ETF-Portfolio erwirtschaftet hat und noch nicht so groß ist, dass er demnächst die Möglichkeit eine Überrendite zu erwirtschaften verliert.

Ich wüsste jetzt nicht wie ich den finden soll und bleibe lieber bei meiner passiven ETF-Strategie.

Zum Weiterlesen:
Is There Skill In The Mutual Fund Industry? (seekingalpha.com)
Measuring Skill In The Mutual Fund Industry (valuewalk.com)

Advertisements