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Da ist sie wieder, die Börsenweisheit „Sell in May and go away.“ Pünktlich Ende April tauchen wieder Artikel auf, dass Aktien in den Monaten Mai bis Oktober schlechter performen würden als in den Wintermonaten und demnach es besser wäre sich im Mai von Aktien zu trennen und im November wieder zu kaufen.

OppenheimerFunds hat sich in ihrem Artikel „The Truth About Sell in May and Go Away“ mit diesem Thema beschäftigt und tatsächlich wäre die Strategie am ersten Mai den amerikanischen Aktienindex S&P 500 gegen amerikanische Staatsanleihen (T-Bills) zu tauschen und am ersten November wieder zurück in Aktien zu wechseln erfolgreich gewesen. Aus 1.000,– im Jahr 1926 investierten Dollar wären so bis Ende 2014 stattliche $ 1.268.814,– geworden. Man hätte so vermieden verschiedene Börsencrashes (Black Thursday 1929, Black Monday 1987, Lehman Crash 2008) mitzunehmen.

Allerdings wären aus den selben $ 1.000,– insgesamt  $ 5.305.992,– geworden, wenn man einfach durchgehend in den S&P 500 investiert geblieben wäre. Zugegeben es wäre ein wilder Ritt gewesen, aber das Risiko wurde belohnt, denn Aktien sollen auf lange Sicht gesehen das eingegangene Risiko mit einer höheren Rendite (als Anleihen) abgelten. Es zeigt sich wieder einmal, wie wichtig ein langfristiger Investitionshorizont für den Anlageerfolg ist.

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(Quelle: Morningstar Direct via OppenheimerFunds)

Es gibt aber auch Studien (Andrade, Chhaochharia and Fuerst, 2012), die den Sell-in-May-Effect in den meisten Märkten im Zeitraum 1970 bis 2012 zu belegen scheinen, aber ob man darauf wirklich seine Strategie aufbauen will, muss jeder für sich einscheiden. Es gibt aber tatsächlich einen Dax-Index, der sich einer ähnlichen Strategie verschrieben hat – der „DaxPlus Seasonal Strategy Performance-Index“ (lässt nur die Monate August und September aus). Die Royal Bank of Scotland hat sogar ein Index-Zertifikat darauf herausgegeben.

Zum Weiterlesen:
Sell in May and go away… (ard.boerse.de)
Sollte man der Börsenweisheit folgen? (citywire.de)
Die Saisonen der Märkte (financeblog.at)

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