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Wie die meisten Privatanleger habe auch ich mein Börsendebüt mit wenig Geld und noch weniger Wissen gestartet. Als sich beides dann vermehrte, habe ich begonnen statt mein Glück mit aktiven Fonds zu versuchen, dem Markt passiv mittels ETFs zu folgen. Je größer das Portfolio wurde, desto mehr war ich verlockt an meiner Asset-Allocation herumzudoktern oder den einen oder anderen ETF auszutauschen. Es quälen einen Fragen wie „Sind die US-Börsen überbewertet?“ oder „Lohnen sich Staatsanleihen noch?“ (zur ersten Frage: weiß ich nicht, zur zweiten: ja, zur Minimierung von Kursschwankungen aufgrund der geringen Korrelation zu Aktien). Das Portfolio zu verändern bedeutet nicht automatisch, dass sich auch die Rendite verbessert. So würde zum Beispiel der Austausch eines ETFs, der bisher eine positive Rendite hatte, zu einer sofortigen Steuerzahlung (25% Wertpapier-KEST in Österreich) auf den Veräußerungsgewinn führen. Meist ist es besser nichts zu tun und beim ursprünglichen Plan zu bleiben.

Um meinen Spieltrieb aber nicht ganz unterdrücken zu müssen, habe ich mich entschieden ein neues Musterportfolio zu erstellen und mir den Traum eines jeden Junganlegers zu erfüllen – ein Startguthaben von € 100.000,–. So kann ich mich bei der ETF-Auswahl so richtig austoben. Und wenn ich hier schon immer vom langfristigen Investieren schreibe, dann machen wir doch auch den Veranlagungshorizont so richtig lang: 25 Jahre. Warum 25 Jahre? Weil bis dahin, bin ich jedenfalls pensionsreif.

Und das ganze taufen wir dann „ETF-Veranlagung für 25 Jahre“ und stellen es für jeden sichtbar auf wikifolio.com:

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„ETF-Veranlagung für 25 Jahre“ soll mittels eines passiven Ansatzes für 25 Jahre (2015 bis 2040) eine am Marktdurchschnitt orientierte Rendite bringen. Ein Ablaufmanagement soll gegen Ende der Laufzeit die Auswirkungen von möglichen Kursschwankungen verringern.

Die Veranlagung erfolgt weltweit mittels kostengünstigen ETFs (Exchange Traded Funds) auf verschiedene Aktien-, Anleihen- und Rohstoffindizes. Regelmäßiges Rebalancing (Wiederherstellen der Aufteilung zwischen Aktien-, Anleihen- und Rohstoffanteil) soll ein gleichmäßiges Risikoprofil des Portfolios sicherstellen.

VERANLAGUNG:

60% Aktien (inkl. 10% Immobilien-REITs)
30% Anleihen
10% Rohstoffe

Aktien (60%):
15% Nordamerika
15% Europa
10% Emerging Markets
10% weltweite Immobilien-REITs
05% Japan
05% weltweite Dividendenaktien

Anleihen (30%):
20% Staatsanleihen von Euroländern bester Bonität
10% inflationsgebundene Staatsanleihen von Euroländern

Rohstoffe (10%):
10% Rohstoffe (ohne Agrarrohstoffe)

ABLAUFMANAGEMENT:

In den letzten 10 Jahren soll der Anleihenanteil gleichmäßig auf 70% erhöht werden. 

REBALANCING:

Die Verteilung der ETFs soll einmal jährlich an die Ursprungsaufteilung (bzw. während des Ablaufmanagements auf die jeweilig gültige Aufteilung) angepasst werden. Bei großen Abweichungen des Anleihenanteils ist eine häufigere Anpassung möglich.
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Auch dieses Portfolio ist nicht perfekt, aber könnte ich nochmal ganz neu anfangen, würde mein Portfolio wahrscheinlich so zusammengesetzt sein. Ein gutes Portfolio ist jedenfalls eines, das zu einem selbst und zu den gesteckten Veranlagungszielen passt.

Zum Weiterlesen:
Gibt es eine optimale Depotzusammenstellung? (finanzwesir.com)
Wie kommen die Quoten zustande? (geldanlage-finanz-blog.de)
Die Mischung macht’s (faz.net)

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