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Zu Beginn des Jahres ist es immer eine wahre Freude in der Presse die Finanzartikel zu durchstöbern. Zuerst kommen die Beiträge, welche Fonds im letzten Jahr die besten waren – zumeist irgendein aktiver Biotech-/Thailand-/Türkei-/Frontier Markets/wasauchimmer-Fonds (je nach Jahr) – und dann wird der Hedgefondsmanager mit dem längsten… – sorry – mit der besten 1-Jahres-Performance vorgestellt (und jedes Jahr ist es ein anderer).
Warum verrät man uns eigentlich nie am Anfang des Jahres welcher der beste Fonds im kommenden Jahr sein wird, das wäre mal nützlich. Der simple Grund ist natürlich, weil es niemand weiß.

Dann kommen die Interviews mit sogenannten Experten (zumeist Bankmanager) welche Anlageklassen, Regionen oder Branchen besonders aussichtsreich erscheinen. Da kommen dann so Pseudo-Weisheiten wie „Man wird verdienen können, aber es kommt noch mehr auf die Taktik an.„, „Das richtige Timing für den Ein- und Ausstieg ist entscheidend“ oder „Kaufen und Halten (buy and hold) funktioniert nicht mehr„. Viel Glück damit.

Sehr beliebt sind auch Autoren von Finanzbüchern wie zB. Marc Friedrich im letzten Format (einer österreichischen Wirtschaftswochenzeitschrift). Doch was ist anderes zu erwarten von jemandem dessen Buch „Der Crash ist die Lösung“ heißt, als „mit Aktien wird man 2015 Verluste einfahren, mit Staatsanleihen auch“. Man möge sich doch bitte mit Gold, Immobilien und Unternehmensbeteiligungen eindecken (und ich dachte immer eine Aktie sei eine Unternehmensbeteiligung). Alle paar Jahre wird er auch Recht haben, dass entweder Aktien oder Anleihen keine gute Rendite abwerfen – eines Tages sogar sowohl Aktien alsauch Anleihen – aber auf lange Sicht gesehen, dürfte ein diversifiziertes ETF-Portfolio (inkl. Aktien) eine gute Möglichkeit sein seine finanziellen Ziele zu erreichen. Ich will gar nicht sagen, dass sein Buch nicht richtig oder gut sei (ich hab es nicht gelesen), aber mit der Aussage „Alles ist gut!“ verkauft man eben keine derartigen Bücher.

Zum Weiterlesen:
Investmentpornografie: “DAX wird um 30% einbrechen” (geldbildung.de)
Interview mit dem Bestseller-Autor Marc Friedrich (zuericherin.com)

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