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Das ist zwar jetzt nicht unbedingt repräsentativ, aber wenn man sich die TOP 100 Fonds-Liste von fondsdiscount.de ansieht, haben meine Bloggerkollegen und ich noch viel Arbeit vor uns. Unter den TOP 10 Fonds, die in den Depots der fondsdiscount.de-Kunden liegen, befindet sich kein einziger ETF, sondern ausschließlich aktive Aktien- und Mischfonds mit Ausgabeaufschlägen zwischen 3% und 5% (die man sich bei diesem Fondsvermittler zumindestens erspart), laufenden Kosten (TER) zwischen 1,15% bis 2,32% sowie teilweise Gebühren, die von der Wertentwicklung abhängig sind (Performance-Fees).

top10

Als ersten ETF findet man den iShares MDAX (der kleine Bruder des DAX, der mittelgroße deutsche Unternehmen umfasst) mit laufenden Kosten von 0,51% auf Platz 40.

Platz ETF TER Anmerkung
40 iShares MDAX 0,51% Deutschland -Nebenwerte
50 db x-trackers MSCI WORLD INDEX 0,45% weltweit
72 db x-trackers Portfolio Total Return 0,72% Spezial-ETF
77 iShares Core DAX 0,16% Deutschland
85 Comstage DAX ETF 0,08% Deutschland
100 db x-trackers MSCI EM 0,65% Schwellenländer

Sechs ETFs unter den TOP 100, die nicht gerade auf optimal diversifizierte Portfolios schließen lassen (zu deutschlandlastig – Stichwort „home bias“ – und keine Anleihen). Der erste Anleihen-ETF ist der dbx II EM Liquid Eurobond ETF auf Platz 203, der Anleihen staatlicher und quasi-staatlicher Emittenten aus Schwellenländern wie z.B. Türkei, Brasilien und Mexiko abbildet.

Ich weiß nicht wie viele Studien noch veröffentlicht werden müssen, die darlegen, dass aktives Management in den meisten Fällen nicht funktioniert, aber die Meinung, dass es sich bei Geldangelegenheiten um eine komplizierte Materie handelt, die man an Experten übertragen sollte, damit die im vermeintlich richtigen Augenblick Wertpapiere kaufen oder verkaufen, wird sich wohl noch einige Jahre halten.

Eine dieser Studien aus dem Jahr 2013 schließt mit den Worten: „Ein diversifiziertes Portfolio, das ausschließlich Index-Fonds (ETFs) für alle Asset-Klassen hält, ist schwer auf kurze und noch schwieriger auf lange Sicht zu schlagen. Ein Investor erhöht seine Wahrscheinlichkeit sein Investitionsziel zu erreichen mittels eines ausschließlichen ETF-Portfolio und einem langen Anlagehorizont.“ (Whitepaper: A Case For Index Fund Portfolios, englisch)

William Sharpe, der 1990 den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten hat, argumentiert, dass die Marktrendite der durchschnittlichen Rendite aller aktiven und passiven Investoren vor Abzug der Kosten entspricht. Da aktives Investieren teurer ist als passives, muss die aktive Variante im Durchschnitt eine schlechtere Performance liefern.
Zu glauben, dass man besser als der Durchschnitt ist, kann sich als Irrglaube erweisen.

Zum Weiterlesen:
Investieren in Indizes: Einfach ist manchmal besser (morningstar.de)
Fonds: Passiv investiert ist gut gespart (finanzen.net)
Anlage-Ratschläge vom Nobelpreisträger (nzz.ch)

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