Schlagwörter

, , ,

Sicher haben einige von euch schon das Beispiel mit den Autofahrern gehört: Wenn man eine Gruppe von Menschen befragt, ob sie überdurchschnittliche Autofahrer sind, antworten 80% mit Ja. Da müssten die restlichen 20% schon so unbedarft mit ihrem Fahrzeug hantieren, dass sie eigentlich keine Lenkerberechtigung haben sollten, damit aus der Gesamtheit der Befragten noch ein dem Durchschnitt entsprechender Umgang mit Automobilen herauskommt.

Arvid O. I. Hoffmann und Thomas Post haben sich mit diesem Thema im Zusammenhang mit dem Verhalten von Privatanlegern etwas wissenschaftlicher auseinandergesetzt und einen Beitrag dazu auf oekonomenstimme.org veröffentlicht. Demnach unterliegen Privatanleger häufig dem sogenannten „Self-Attribution Bias“: Erfolge werden dem eigenen Verhalten zugeschrieben, für Misserfolge werden externe Faktoren verantwortlich gemacht. Die systematische Selbstüberschätzung kann dazu verleiten, Investitionsfehlentscheide falsch zu interpretieren – und somit nichts aus den eigenen Fehlern zu lernen.

Zu diesem Ergebnis sind sie gekommen, indem sie Daten und Umfrageergebnisse von 866 Kunden eines Online-Brokers ausgewertet haben. Die folgende Grafik zeigt, dass eine gute Performance den eigenen Fähigkeiten zugeschrieben wird. Für eine schlechte Performance will aber niemand selbst verantwortlich sein (je weiter oben die blaue Linie, desto mehr wird das Anlageergebnis (rote Linie) auf die eigene Leistung zurückgeführt).

ueberschaetzung
(Quelle: oekonomenstimme.org)

Diese Selbstüberschätzung kann zu weiteren Anlegerfehlern wie z.B. zu hohes Handelsvolumen und unzureichende Streuung der Anlagen führen.

Hier kommen nun wieder die Vorteile des langfristigen passiven Investierens mit ETFs zum Tragen. Wenn man die grundlegenden Regeln (Kostenbewusstsein, ausreichende Streuung, regelmäßiges Rebalancing,…) befolgt, erhält man für das Eingehen des Marktrisikos die entsprechende Risikoprämie (oder anders ausgedrückt: die durchschnittliche Marktrendite). Der Anlageerfolg ist sodann nicht von ständigen aktiven Anlageentscheidungen abhängig (z.B. wann soll ich welche Aktie ver-/kaufen), sondern von dem was der Markt hergibt.

Zum Weiterlesen:
Psychologie und Geldanlage (morningstar.ch)

Advertisements