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Zuerst müssen wir uns einmal überlegen, was denn erfolgreich überhaupt heißt. Meiner Meinung nach ist erfolgreich, wer seine Ziele erreicht. Wer das Ziel hat, nur ein wenig über der jährlichen Inflationsrate zu liegen, muss anders vorgehen als jemand, der langfristig über mehrere Jahrzehnte die durchschnittliche Marktrendite erreichen will. Wer den Markt schlagen will, soll es probieren, sich dann aber nicht beschweren, wenn er nicht einmal den Marktdurchschnitt erreicht hat, weil die Rendite schwer unter Kosten und Fehlentscheidungen gelitten hat. In diesem Blog beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem Ziel den Marktdurchschnitt zu erreichen.

Für den Weg zu diesem Ziel präsentiere ich zwei Möglichkeiten. Variante A ist interessant und herausfordernd, Variante B einfach und bequem. Ich bevorzuge Variante A.

Variante A (interessant und herausfordernd):

  1. Schaffen Sie sich einen Überblick über Ihre finanzielle Situation und wieviel Sie innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (monatlich, halbjährlich, jährlich) sparen können oder wollen.
  2. Halten sie sich von Banken und Versicherungen fern. Banken sind hervorragend, wenn Sie ein Sparbuch eröffnen wollen (solange Ihre Bank und der dazugehörige Staat solvent sind) oder einen Kredit brauchen. Versicherungen sind wichtig um Risiken zu übernehmen, wenn Sie diesen Risiken ausgesetzt sind und das Risiko nicht selber tragen können oder wollen (wenn Sie allerdings eine Handyversicherung brauchen, haben Sie was falschgemacht). Bei Wertpapierprodukten verdienen diese Unternehmen an einmaligen und laufenden Gebühren (von irgendwas müssen sie ja die „Berater“, Geschäftslokale, Werbung, etc. zahlen und ein Gewinn sollte ja möglichst auch noch herausspringen). Diese Gebühren haben sich noch nie positiv auf unseren langfristigen Vermögensaufbau ausgewirkt.
  3. Meiden Sie Konsumkredite und Ratenzahlungen (für Auto, Urlaub, Geschenke, Kreditkartenzahlungen, etc.). Noch schlimmer wäre es, falls Sie glauben es sei eine gute Idee mit geborgtem Geld an der Börse einzusteigen.
  4. Lesen Sie Bücher und Webseiten, aber nicht über Daytrading und Optionshandel, sondern solche, die Fragen wie „Was ist eine Aktie?“ oder „Wie funktionieren Börsen?“ beantworten oder einen Einblick in Massenpsychologie geben. Ein guter Anfang ist z.B. Holgers kostenloses (abgesehen von einer E-Mail-Adresse) e-Book „Börse für Einsteiger“ oder seine Artikelserie auf zendepot.de.
  5. Achten Sie auf Kosten und Gebühren. Kaufen Sie kostengünstige ETFs statt aktiv gemanagte Fonds mit hoher Kostenquote. Eröffnen Sie ein Depot bei einem Online-Broker (möglichst ohne laufenden Depotkosten) statt bei einem herkömmlichen Bankinstitut.
  6. Streuen Sie Ihr Geld (Diversifikation): über mehrere Anlageklassen (z.B. Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe), mehrere Wirtschaftsräume (Nordamerika, Europa, Asien, …) und eventuell sogar über mehrere ETF-Anbieter.vermoegensstruktur-1(Diese Infografik ist von www.einfach-rente.de.)
  7. Überlegen Sie sich wie gut Sie mit Kursschwankungen und den Auswirkungen auf ihr Portfolio umgehen können (Risikotoleranz). Mit 25% Aktien und 75% Anleihen schläft es sich vermutlich ruhiger als bei umgekehrter Aufteilung. Verzichten Sie lieber auf ein wenig Rendite als auf Ihren Seelenfrieden.
  8. Überlegen Sie sich, wie oft Sie die Aufteilung ihrer Anlageklassen wieder an die ursprünglich festgelegte anpassen wollen und halten Sie sich daran (auch wenn es kontraintuitiv erscheint, gut gelaufene Anlageklassen zu verkaufen und dafür schlechter gelaufene zu kaufen). Denn wenn z.B. Aktien einen Lauf haben, werden sie in ihrem Portfolio bald eine Bedeutung erlangen, die über Ihrer Risiktoleranz liegen wird. Ich passe jährlich bzw. jedesmal wenn ich nachkaufe an.
  9. Treffen Sie eigenständige Entscheidungen und übernehmen Sie die Verantwortung für die Konsequenzen. Wenn Sie teilweise in Aktien (über ETFs) investieren, werden die Börsen irgendwann auch wieder steil gegen Süden gehen. Suchen Sie keinen Schuldigen dafür. Wenn Sie sich an die obigen Punkte halten, werden Sie lernen mit Aktien-Crashes umzugehen. „Boom & Bust“ gehören an der Börse einfach dazu. Freuen Sie sich wenn ihr Depot an Wert gewinnt und überlegen Sie, ob es etwas mit Ihren Entscheidungen zu tun hat, wenn es an Wert verliert, oder es einfach nur der gewöhnliche Lauf der Dinge ist.

Variante B (einfach und bequem):

  1. Lesen Sie zumindest Holgers kostenloses (abgesehen von einer E-Mail-Adresse) e-Book „Börse für Einsteiger“ auf zendepot.de und gehen Sie damit zu einem unabhängigen Honorarberater. Der will zwar Geld von Ihnen, aber wenn er halbwegs vernünftig ist, erspart er Ihnen durch Auswahl von kostengünstigen ETF-Fonds langfristig mehr als er kostet (im Übrigen kostet auch jeder provisionsabhängige „Berater“ Geld, Sie merken es nur nicht). Überprüfen Sie aber auch seine Unabhängigkeit.

Ich beabsichtige in zukünftigen Beiträgen auch zu erklären was die genannten Punkte für die praktische Umsetzung bedeutet.

Zum Weiterlesen:
Mein persönlicher Einstieg in die Finanzwelt
Leseecke: “Genial einfach investieren”
Risikotoleranz – Die Zwangsjacke der Anleger (Neue Zürcher Zeitung)

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