Schlagwörter

, , , , , ,

Ich schreibe hier immer davon, dass Privatanleger in ETFs und nicht in aktiv gemanagte Fonds investieren sollten. In diesem Beitrag möchte ich einige Grundlagen dazu erklären.

Was sind ETFs überhaupt?

ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund, was übersetzt soviel wie börsengehandelter Fonds bedeutet. Die Unterschiede zu herkömmlichen Fonds liegen darin, dass ein ETF

  • üblicherweise nicht aktiv gemanaget wird, sondern einen Index nachbildet (es muss also kein Fondsmanager bezahlt werden, der sich darum kümmert was in den Fonds hineinkommt und was nicht),
  • eben über die Börse gekauft wird und nicht bei einer Investmentgesellschaft,
  • wegen der oben genannten Eigenschaften billiger ist (niedrigere Verwaltungsgebühren bzw. nur Börsenhandelsgebühren statt Aufgabeaufschlag) – und „billiger“ bedeutet für den Vermögensaufbau ausnahmsweise auch tatsächlich „besser“, denn hohe Kosten bedeuten über einen Zeitraum von z.B. 20 Jahren unter Umständen tausende Euro weniger Ertrag.

Screen Shot 2014-02-04 at 19.17.34

Was tun ETFs?

ETFs bilden alle möglichen und unmöglichen Indizes ab, wie z.B.

  • auf verschiedene Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Geldmarkt, Rohstoffe, usw.)
  • auf Länder und Regionen (Österreich: ATX, Deutschland: DAX, Schweiz: SMI, Europa: STOXX Europe 50, USA: S&P 500 usw.)
  • auf Unternehmen einer Branche (Telekom, Technologie, Banken, Nahrungsmittel, usw.)
  • auf „erfundene“ oder speziell entwickelte Indizes, die zu aktiv gemanagten ETFs führen (was eine Perversion des ursprüngliche Gedankens ist),
  • auf invertierte Indizes, mit denen man auf fallende Kurse setzten kann – sogenannte short ETFs (was für eine langfristig passive Investmentstrategie auch keinen Sinn macht).

Welche ETFs brauche ich?

Die meisten dieser ETFs lassen wir für unsere Investmentstrategie einfach links liegen. Wir benötigen lediglich solche aus den ersten zwei Kategorien.

Das simpelste bereits gut gestreute (diversifizierte) ETF-Portfolio besteht aus nur 2 (in Worten zwei) ETFs:

  • einem Aktien-ETF, der Unternehmen sowohl aus entwickelten Märkten (USA, Europa, Japan, etc.) als auch den sogenannten Emerging Markets oder auch aufstrebenden Märkten (China, Indien, Brasilien, Russland, Südafrika, etc.) abbildet. Der entsprechende Index heißt MSCI All Country World Index (ACWI). Die Gewichtung der Unternehmen erfolgt nach der Marktkapitalisierung (dh. wertvolle Unternehmen werden höher gewichtet, daher ist derzeit Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt mit ca. 1,3% am höchsten gewichtet), wodurch die USA auf derzeit ca. 48%, Grossbritannien auf 8%, Deutschland auf 4% und China nur auf 2% kommt. Insgesamt umfasst dieser Index über 2400 Unternehmen.
  • einem Anleihen-ETF aus vorzugsweise Staatsanleihen in Euro (bzw. CHF für schweizer Bürger) von Ländern bester Bonität (derzeit Deutschland, Österreich, Niederlande, Finnland, Luxemburg) (bzw. Schweiz). Dieser ETF wird zwar keine rauschende Rendite für das Portfolio erbringen, dafür aber je nach Gewichtung Stabilität.

Für ein optimiertes und personalisiertes ETF-Portfolio dürfte man mit maximal fünf ETFs das Auslangen finden.

Die Fortsetzung dieses Beitrags finden Sie, sobald ich „Was Sie sonst noch über ETFs wissen sollten!“ geschrieben habe.

Zum Abschluss noch ein Screencast zum Thema von zendepot.de:

Zum Weiterlesen:
Das ist alles sehr kompliziert.
Einfach, aber diversifiziert: ein Musterdepot aus zwei ETFs (der-privatanlager.de)

Advertisements