Schlagwörter

, , , ,

Leider lässt sich eine Blase meist erst feststellen, wenn sie bereits geplatzt ist. Denn wäre eine Blase offensichtlich, würde sie sich hoffentlich erst gar nicht bilden (wer investiert schon gern in Blasen, wenn es unmöglich ist den exakten Zeitpunkt ihres Platzens vorherzusagen).

Wenn ich mir aber die gelbe Linie in der folgenden Grafik ansehe, war doch etwas faul im Jahre 2000 (Welche Anlageformen halten sie derzeit für interessant?, Österreich):

Anlagebarometer(Quelle: GfK)

Und nun vergleiche man die gelbe Linie mit dem Verlauf des S&P 500 (amerikanscher Aktienindex):

SuP(Quelle: wolfram alpha)

Aktien steigen und das Interesse steigt, Aktien fallen und das Interesse fällt. Das kann ja nicht gutgehen.

Man beachte, dass der Tiefpunkt nach den letzten beiden Crashs (Internet-Blase 2000 und Immobilien-Blase USA 2007) jeweils in den Jahren erreicht wurden (2003 und 2008) in denen das Interesse der Österreicher an Aktien am geringsten war (und umgekehrt in Jahren mit Höchstständen am höchsten). Das ist jetzt nicht wirklich überraschend, zeigt aber sehr gut den Herdentrieb, dem viele Anleger unterliegen (übrigens auch viele professionelle Marktteilnehmer – wenn schon blöd dastehen, dann wenigstens nicht alleine). Gekauft wird was andere kaufen und gekauft wird was steigt. Sie würden vielleicht noch ein Auto kaufen, weil es ihr Nachbar gekauft hat, aber würden Sie es auch kaufen, nur weil der Preis gestiegen ist? Wohl kaum.

Und zuletzt vergleiche man noch die beiden Grafiken mit der Entwicklung des österreichischen Aktienindex ATX:

800px-Austrian_Traded_Index(Quelle: wikipedia)

Aus Mangel an österreichischen Internetunternehmen ist im Jahr 2000 von einem Crash weit und breit nichts zu erkennen, auch wenn die Medien voll damit waren.

Könnte das Interesse der Österreicher an Aktien (und Wertpapieren im allgemeinen) hauptsächlich von der Berichterstattung der Medien abhängen? Dem Verlauf der Börsenkurse folgend hätte das Interesse an Aktien ab 2008 wieder merkbar steigen müssen, liegt aber 2013 immer noch bei nur 9%. Herr und Frau Österreicher haben anscheinend nach der Internet-Blase das Vertrauen in Aktien nachhaltig verloren.
Ich werde nicht schlau daraus…

Sollten uns Aktienblasen beunruhigen? Wären wir aktive Anleger mit 100% Aktien, dann ja. Da wir aber passiv investieren wollen, unseren Anlagehorizont auf mehrere Jahrzehnte angelegt haben und unser Aktienanteil am Gesamtportfolio an unsere jeweilige Risikotoleranz angepasst ist, können wir dem abwechselnden Schauspiel von Übertreibungen und Crashs mit einer gewissen Gelassenheit entgegentreten.

Aber um zurück zur ursprünglichen Frage zu kommen: Aktienblasen lassen sich nur erahnen. Ein guter Hinweis dafür, dass etwas im Busch ist, ist, wenn Ihnen der Taxifahrer in Island die wirtschaftliche Lage Japans erklärt, weil er sein Haus in Yen finanziert hat. Aber wie oft ist man schon in Island?

Zum Weiterlesen:
Börsencrashs – Auf der Suche nach der Blase (faz.net)

Advertisements