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In Anlehnung an das Zitat des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Sinowatz anlässlich seiner Regierungerklärung im Jahr 1983, gebe ich zu, dass wenn man Börsejournalisten mit Börsenanalysten über Charttechnik (die ich für absolut schwachsinnig erachte) in einschlägigen TV-Sendungen diskutieren hört, diesen Eindruck erhalten könnte. Natürlich gibt es einige komplizierte Finanzprodukte wie bestimmte Zertifikate, geschlossene Fonds, Optionen etc., aber für eine erfolgreiche Veranlagungsstrategie braucht man die alle nicht. Was man aber jedenfalls braucht ist ein grundlegendes Basiswissen über Anleihen, Aktien, Fonds/ETFs, Anlagekategorien, Risiken, usw.. Dieses Wissen eignet man sich am besten durch gute Bücher oder gute Internetseiten an. Holger vom zendepot.de hat hier mit seinem kostenlosen e-book „Börse für Einsteiger“ ausgezeichnete Arbeit geleistet und die wichtigsten Fragen auf ca. 50 Seiten beantwortet (man muss sich zwar für seinen Newsletter anmelden, aber auch das zahlt sich jedenfalls aus, weiters betreibt er einen ausgezeichneten audio-podcast).

Die wichtigsten Dinge um erfolgreich zu Investieren sind Zeit und Geduld. Frei nach dem Motto „Der nächste Börsencrash kommt bestimmt.“ gibt es keinen Grund jetzt sofort zu investieren. Wenn man ein Neuling auf dem Börsenparkett ist, ist das wichtigste Ziel die typischen Anfängerfehler (wobei die sehr lehrreich, aber auch schmerzhaft sein können) zu vermeiden. Deshalb würde ich einem Neuling raten im ersten halben Jahr Basiswissen aufzubauen und im zweiten Halbjahr ein Musterdepot (z.B. auf onvista.de – selbst nicht getestet oder easycharts.at – selbst getestet) einzurichten um ein Gespür für Kursschwankungen zu bekommen.

Hier einmal die Performance meines zweiten Musterportfolios (25% Euro-Staatsanleihen, 75% Aktien, alles aktive Fonds inkl. eines hochspekulativen Australien-Fonds), das ich zum Glück nie umgesetzt habe (Tiefststand 2009 -46%):
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Ich habe einmal meine „Bibliothek“ und mein E-Mail-Archiv durchforstet um meinen „Investmentpfad“ zu rekonstruieren:

  • Am 6. Juli 2004 habe ich den Ratgeber „Geld besser anlegen“ des Vereins für Konsumenteninformation bestellt (Themen: vom Sparbuch bis zur Aktie). Auszug: „Geldanlage nach dem Prinzip „Einfach mal probieren“ ist selten erfolgreich. Denn ohne sorgfältige Planung und überlegtes Handeln kann aus einem Anlagehit schnell ein veritabler Anlageflop werden.“
    Aktien und Fonds dürften mich damals noch nicht interessiert haben, denn gekauft habe ich keine (da ich auch noch kein Wertpapierdepot hatte).
  • Im Jahr 2006 habe ich dann die Bücher „Fonds & Co“ und „Aktien & Co“ der Stiftung Warentest gekauft, sowie „Die Kunst über Geld nachzudenken.“ von der ungarischen Börsenlegende Andre Kostolany.
  • Am 5. September 2006 habe ich dann meinen ersten Mischfonds geordert (80% Euro-Staatsanleihen (inkl. griechischer und portugisischer), 20% österreichische Aktien). Er hat sich irgendwie durch die Finanzkrise durchgekämpft und liegt mit einer durchschnittlichen Jahres-Performance von geschätzten 1,5% (inkl. Ausschüttungen abzüglich Kosten) noch immer in meinem Depot.
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Es war ein langer und interessanter Weg bis hierher und mittlerweile bin ich ein Anhänger des passiven Investieren mit ETFs (Exchange Traded Funds). Was das ist, werde ich in anderen Beiträgen erklären.

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